Unser koloniales Erbe: Westliche Überlegenheit und Definitionsmacht
Auf der Suche nach einer gerechten Partnerschaft zwischen der Nordkirche und der indischen Jeyporekirche erkannte ich, wie sehr meine eigene Wahrnehmung von kolonialem Denken geprägt ist – und wie tief Macht in allen Beziehungen verankert bleibt. Das Gefühl westlicher Überlegenheit durchzieht unsere Wertesysteme, unser Spendenverhalten und unser Verständnis von Wissenschaft – letztlich unser gesamtes Weltbild. Ein Ausweg aus dieser Perspektive kann nur im offenen Austausch mit möglichst vielen anderen Sichtweisen liegen, in der bewussten Wahrnehmung der Vielfalt menschlicher Erfahrungen – und im Eingeständnis, dass Macht in Beziehungen stets vorhanden bleibt.
Kurzvita
Katja Zornig, Jahrgang 1972, lebt derzeit bei Lübeck und ist unter anderem von Beruf ´Pastorin´. Sie ist Späti und erst seit 5 Jahren bei Mensa. Derzeit arbeitet sie an einer Dissertation über das Machtgefälle in kirchlichen Partnerschaften zwischen Kirchen des globalen Südens und Nordens.